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OTTO SKORZENY

 
     
  (1908 -1975)

Es würde mich mit Stolz und Freude erfüllen, wenn ich unter meinen Soldaten einen Mann von seinem Format hätte. Er war ein fairer und anständiger Soldat. Seine Taten erlangten Weltruf. Er war der »deutsche d’Artagnan«, der Krieger, der über das Althergebrachte spottet, der Abenteuer liebt und der mutig und sieggewohnt ist. Es ist Tatsache, daß auch die bittersten Feinde Deutschlands Lobeshymnen auf diesen Gegner sangen.

Zwei ausländische Urteile über den wagemutigen deutschen Kommandoführer im Zweiten Weltkrieg, Otto Skorzeny: Das erste stammt vom US-amerikanischen Oberstleutnant MacClure, dem Pflichtverteidiger Skorzenys beim Tribunal der Alliierten; das zweite hat der israelische Verlag Misrachi (Tel Aviv) der hebräischen Übersetzung von Skorzenys Kriegserinnerungen vorangestellt.

Am 12. Juni 1908 kommt Otto Skorzeny in Wien zur Welt. Sein Vater ist Bauingenieur von Beruf; die Altvorderen stammen aus dem Pommerschen. Sohn Otto wächst zu einem Beinahe-Zweimeterriesen heran und zeichnet sich als erfolgreicher Sportler sowie als ausgezeichneter Schüler und Student aus. 1931 graduiert er zum Diplomingenieur.

Den Westfeldzug, den Krieg auf dem Balkan und die erste Zeit des Krieges gegen Stalins Sowjetunion macht Skorzeny als Soldat der Waffen-SS mit. Vor Moskau entgeht er nur um Haaresbreite dem Tod. Er wird verschüttet; die aus den Trümmern herausragende Hand rettet ihn in letzter Minute.

Im April 1943 erhält er den Auftrag, einen Verband für Sondereinsätze zu rekrutieren. Er holt sich befähigte Kameraden aller Waffengattungen und entwickelt eine Strategie der Feindbekämpfung auf dessen eigenem Feld, unter anderem durch Zerstörung der Nachschubbasen und -linien.

Zum spektakulärsten, halsbrecherischsten Einsatz wird die Mussolini-Befreiung aus des Duces Internierung in fast 3000 Metern Höhe, 12. September 1943: Das Unternehmen wird mit neun Lastenseglern gewagt. Skorzeny befindet sich mit seinem Apparat an der Spitze. Im Sturzflug muß auf dem Gran Sasso gelandet werden. An einem Fenster des ersten Stockwerks des dortigen Hotelgebäudes können die Befreier den Duce erkennen. Skorzeny gelingt es mit einigen seiner Leute, das Zimmer Mussolinis zu erreichen. Kaum ist der Duce an Bord, geht es mit der Maschine wieder zu Tal. Ein halsbrecherischer Flug. Die italienischen Bewacher Mussolinis sind derart überrumpelt worden, daß sie keinerlei Widerstand leisten. So gibt es bei dem Husarenstück, vollbracht vor allem auch von General Students Fallschirmjägern, kein Blutvergießen.

Auch das »Unternehmen Panzerfaust« am 15. Oktober 1944, die Ausschaltung des ungarischen Reichsverwesers Horthy, der auf Tuchfühlung mit Stalin gehen will, gelingt als kühner Handstreich. Ehe er sich’s versieht, ist der Ungar in deutschem Gewahrsam.

Im Dezember 1944 startet unter Skorzenys Führung das »Unternehmen Greif« mit dem Ziel, zur Unterstützung der Ardennenoffensive Verwirrung in den feindlichen Reihen zu stiften. In US-amerikanischer Uniform mischen sich Skorzenys Leute unter die zurückflutenden US-Truppen, verbreiten Chaos, verhindern bereits vorbereitete Brückensprengungen usw. Über das Unternehmen notiert Charles Foley als Zeuge der ehemaligen Feindseite:

»So war das also! Eine Handvoll halbausgebildeter, schlecht ausgerüsteter Abenteurer konnte einen Feind in Verwirrung bringen und seinen Oberbefehlshaber (Eisen-hower) völlig isolieren. Es war ein Erfolg von fast alarmierender Großartigkeit, verglichen mit den eingesetzten Mitteln.«

In der letzten Phase des Krieges stemmt sich Otto Skorzeny mit verzweifeltem Mute gegen die rote Flut im Osten. Für die Verteidigung des Oderbrückenkopfes im Raum Stettin-Küstrin-Schwedt wird ihm im März 1945 das Eichenlaub verliehen.

Gegen den mehrfach verwundeten Kommandoführer strengen die Alliierten nach Kriegsende zwei »Kriegsverbrechertribunale« an. In beiden Verfahren wird er freigesprochen. Als er dann noch durch die deutsche »Bewältigungsmühle« gedreht werden soll, geht er nach Spanien, wo er sich eine neue Existenz aufbaut, etliche Publikationen für die deutsche Sache verfaßt und am 5. luli 1975 in Madrid verstirbt.
 
 

 

 

 
 
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