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(1782 -1834)
Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?/ Hör’s näher und näher brausen./ Es zieht sich herunter in düstern Reih’n,/ Und gellende Hörner schallen darein,/ Erfüllen die Seele mit Grausen./ Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt: /Das ist Lützows wilde, verwegene Jagd. Die wilde Jagd und die deutsche Jagd,/ Auf Henkersblut und Tyrannen!/ Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!/ Das Land ist ja frei, und der Morgen tagt,/ Wenn wir’s auch nur sterbend gewannen! / Und von Enkel zu Enkel sei’s nachgesagt:/ Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.
Mit diesen Worten Theodor Körners, der selbst mitfocht und fiel, und der Weise Carl Maria von Webers wird die Schwarze Schar, das Freikorps des Adolf von Lützow, besungen. »Ah voici, le chef des brigands!« - sieh an, der Räuberhauptmann -, bricht es aus Napoleon heraus, als er dem wilden, verwegenen Jäger, der ihm 1815 in die Hand geraten ist, ins Auge sieht.
Aus mecklenburgischem Uradel stammend, kommt Lützow als Sohn eines preußischen Offiziers und nachmaligen Generals am 18. Mai 1782 in Berlin zur Welt. Als 13jähriger tritt er in Potsdam in das I. Bataillon Garde ein, meldet sich aber 1804 als begeisterter Reiter zu den Kürassieren.
1806 führt er eine Dragonerschwadron in die für Preußen so verhängnisvolle Schlacht bei Auerstedt. Er wird wegen besonderer Tapferkeit ausgezeichnet. Mit dem Schicksal deutscher Unterwerfung findet sich der Draufgänger nicht ab. Er beteiligt sich an den tollkühnen Aktionen seines Freundes Major von Schill.
Im Februar 1813 erhält Lützow von der preußischen Führung die Erlaubnis, für den Kampf gegen Napoleon ein Freikorps zusammenzustellen, das nach Scharnhorsts Kalkül im Rücken des Feindes operieren soll. Der wegen der schwarzen Uniformen als Schwarze Schar (auch: Schar der Rache) rasch populären Truppe schließen sich vor allem Studenten und junge Intellektuelle an wie Eichendorff, Jahn, Körner, Friesen. Auch Kampfgefährten des 1810 zu Mantua erschossenen Andreas Hofer, Riedl und Ennemoser, sind mit von der todesverachtenden Partie. Schließlich vereinigt Lützow 3000 freiwillige Jäger unter sich, deren Einsatz wie ein Fanal zum nationalen Aufbruch des deutschen Volkes wirkt.
Bei Kitzen nahe Leipzig wird das Korps am 17. Juni 1813 von zehnfacher feindlicher Übermacht fast vollständig aufgerieben. Mit neuen Freiwilligen aufgefrischt, kämpft es Anfang 1814 hinter den feindlichen Linien in Frankreich und meldet der Armee Blücher alle Bewegungen des Gegners, was von höchster Bedeutung für die Taktik des »Marschalls Vorwärts« ist.
Nach dem 1. Pariser Frieden (1814) wird das Freikorps Lützow aufgelöst. Die Reiterei der Schwarzen Schar bildet den Kern des vom Freiherrn nunmehr geführten Ulanenregiments. Mit seinen Männern wirft sich Lützow nach Napoleons Rückkehr erneut in den Kampf und gerät bei Ligny in Gefangenschaft, aus der er nach der Schlacht bei Belle-Alliance (Waterloo) befreit werden kann. Er erhält das Eichenlaub zum Pour le Merite.
Nicht weniger als sechs schwere Verwundungen empfängt Lützow bei seinen Kampfeinsätzen als preußischer Offizier, als Freikorpsführer und als Kommandeur des Ulanenregiments. Noch vor Genesung sieht man ihn stets wieder an vorderster Front. In einem Bericht heißt es:
»Wenn er geht, so ist er durch seine zahlreichen Verwundungen halb Invalide, steigt er zu Pferde, so bedarf er ihrethalben einiger Hülfe - aber sitzt er einmal im Sattel, so ist er das Muster eines Husaren-Offiziers, ein Ritter ohne Furcht und Tadel.«
1822 zum Generalmajor befördert, verstirbt Adolf Freiherr von Lützow am 6. Dezember 1834 in Berlin. Mit ihrer Begeisterung und Kampfbereitschaft haben seine wilden, verwegenen Jäger alle übrigen Truppen im Befreiungskrieg beflügelt. Die Farben des Korps - schwarzes Tuch, rote Vorstöße, zwei Reihen goldene Knöpfe -werden von den nationalfreiheitlichen Burschenschaften übernommen und schließlich zur großdeutschen Trikolore Schwarz-Rot-Gold. |
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