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KARL HOEFER

 
     
  (1862 -1939)

Einer der bewährtesten Truppen führer ist zur großen Armee abberufen. Aus dem 1. Schlesischen Grenadier-Regiment Nr. 10 hervorgegangen, führte er im Weltkrieg als Kommandeur die ruhmreichen Landwehr-Infanterieregimenter 7 und 57, später die 17. Landwehr-Infanterie-Brigade und schließlich die 117. Infanterie-Division. Die siegreichen Kämpfe

bei Armentieres und um den Kemmel sind mit seinem Namen eng verbunden. Die Verdienste dieses tapferen, durch schwere Verwundung einarmigen Generals fanden durch Verleihung des Ordens pour le merite mit Eichenlaub höchste Anerkennung. Nach dem Kriegsende und seiner Verabschiedung trat er in der Not des

Vaterlandes an die Spitze des Oberschlesischen Selbstschutzes und verteidigte am Annaberg seine Heimat siegreich. Das Andenken an den tapferen Soldaten wird das Heer in hohen Ehren halten.

Worte aus dem Nachruf des Oberbefehlshabers des Heeres, Generaloberst von W* Brauchitsch, auf Generalleutnant a.D. Karl Hoefer. Er ist es gewesen, der 1921 die militärischen Verteidiger Oberschlesiens gegen polnische Landräuber führte. Die siegreiche Erstürmung des Annabergs ist für alle Zeiten ein leuchtendes Symbol deutscher Freiheits- und Vaterlandsliebe Oberschlesiens.

Karl Hoefer kommt am 29. Dezember 1862 im oberschlesischen Pleß zur Welt. Sein Vater ist von Beruf Apotheker und wirkt als Bürgermeister, die Mutter entstammt einer evangelischen Pfarrersfamilie.

Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in der Vaterstadt geht Karl Hoefer zum Militär. Im Ersten Weltkrieg zeichnet er sich durch hervorragende Tapferkeit aus, am 14. April 1918 wird er mit dem Eichenlaub zum Pour le Merite in Anerkennung der siegreichen Kämpfe an der Lys ausgezeichnet.

An der Spitze der 117. Infanterie-Division kehrt General Hoefer bei Kriegsende aus dem Westen nach Deutschland zurück. Im Dezember 1920 wird er Kommandant von Breslau. Vom 16. Mai bis zum 5. Juli 1921 obliegt ihm der Oberbefehl des Oberschle-sischen Selbstschutzes.

Ab Anfang Mai 1921 haben polnische Imperialisten unter Führung des Korfanty -der vorangegangenen, für Deutschland günstigen Volksabstimmung zum Trotzeinen neuen Versuch unternommen, Oberschlesien dem Deutschen Reich zu entreißen. Aus Hoefers Aufruf an seine Landsleute und Kameraden, die Freiwillige aus ganz Deutschland sind:

»Wir kämpfen in berechtigter Notwehr. Wir wollen nur die Wiederherstellung des Rechts. Lange genug haben wir die schnöde Verachtung unseres Rechts durch die polnischen Rebellen mit angesehen. Auch die größte Geduld und Besonnenheit hat ihre Grenze. Laßt Euch durch keine polnische Greueltat zu Vergeltungsmaßnahmen hinreißen! Zeigt Euch würdig des deutschen Namens und Eurer guten und gerechten Sache. Keiner von Euch liebt die Heimat mehr als ich. Und Ihr dort drüben, die Ihr unter der Willkür der Rebellen schmachtet, harrt tapfer des Tages, der Euch die Befreiung bringen wird.«

21. Mai 1921 am Annaberg, dem heiligen Berg Oberschlesiens: Der Selbstschutz unter Führung Hoefers und des Generalleutnants von Hülsen, ebenfalls Schlesier, führt den Angriff durch. Es sind die Männer vom Freikorps Oberland unter Major Horadam mit Hauptmann Beppo Römer als Chef des Stabes, die im Zentrum antreten, das Detachement des Hauptmanns von Chappuis, das auf dem rechten Flügel vorgeht, während den linken Flügel eine Truppe bildet, die Graf Strachwitz, der »Panzergraf«, führt. Nicht zu vergessen die Sturmabteilung Heinz, die unter dem 22jährigen Fähnrich Heinz Oskar Hauenstein mit den Oberländern gemeinsam angreift. Major Horadam, Hauptmann Römer und der Korpsadjutant sowie zwei Ordonnanzen nehmen ganz allein die besonders wichtige Höhe 310, während der Führer des II. Bataillons der Oberländer, der bayerische Max-Josephs-Ritter Hauptmann von Finsterlin, mit einem Stoßtrupp von acht Mann und einigen Radfahrern dem Feind den wichtigen Ort Oleschka entreißt. Bald daraufist in zügigem Angriffsschwung der Annaberggipfel erstürmt - gegen fünffache polnische Übermacht.

Ein wichtiger Sieg ist errungen. Er hält die polnischen Imperialisten von noch weitergehenderen Annexionen ab, als sie ihnen im darauffolgenden Jahr völkerrechtswidrig von den Alliierten im östlichen Oberschlesien gewährt werden.

Schlesisch und vaterländisch bis zum letzten Atemzuge gesinnt, verstirbt Generalleutnant Karl Hoefer am 12. Mai 1939 in Würzburg. Alle Deutschen sind dem mutigen Mann zu tiefem Danke verpflichtet.
 
 

 

 

 
 
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