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GEORG VON FRUNDSBERG

 
     
  (1473 -1528)

Georg von Frundsberg von großer Stärk / Ein teurer Held behielt das Feld. / In Streit und Fehd den Feind besteht / In aller Schlacht er Gott zulegt die Ehr und Macht. Er überwand mit eigner Hand / Venedisch Pracht, der Schweizer Macht / Französisch Schar legt nieder gar / Mit großer Schlacht den päpstschen Bund zu Schanden macht. Der Kaiser Ehr macht er stets mehr / Ihr Land und Leut beschützt allzeit / Mit großer Gefahr er sieghaft war / Ganz ehrenreich / man fmdt nicht bald / der ihm sei gleich.

Wie hier, so rühmen Mit- und Nachwelt gleichermaßen den Ritter von der riesigen Gestalt und »aller Frummen Landsknecht Vater«, Georg von Frundsberg. Einmalige Tapferkeit zeichnen ihn aus; immer führt der Gigant seine Truppen vorneweg. Neben Kaiser Maximilian, dem letzten Ritter, ist es Frundsberg zu danken, »daß die deutschen Landsknechte den Schweizern den Rang als beste Soldaten der Welt abliefen« (Diwald).

Am 24. September 1473 wird dem Ritter Ulrich von Frundsberg aus altbewährtem Soldatengeschlecht, welches ursprünglich aus dem Inntal stammt, auf seiner schwäbischen Feste, der Mindelburg über Mindelheim, als dreizehntes Kind ein kräftiger Bursche geboren. Man tauft ihn nach dem Namen des heiligen Drachentöters: Georg.

Junker Jörg tritt in kaiserliche Dienste. Am 12. September 1504 erobert er im Kampf gegen die Böhmen bei Regensburg eigenhändig das feindliche Banner, wofür ihn der Kaiser Max persönlich zum Ritter schlägt. Von da an steht der Frundsberg beinahe unablässig treudeutsch für Kaiser und Reich im Felde. 1513 wendet er durch seinen todesverachtenden Einsatz das Schicksal bei Creazzo nahe Vicenza im Kampf gegen die mit den Franzosen verbündeten Venetianer; der Feind wird geworfen. Im folgenden Jahr verteidigt er siegreich Verona. 1521 ernennt ihn Kaiser Karl V. zu seinem obersten Hauptmann und zum Kaiserlichen Rat.

Frundsberg heftet Sieg auf Sieg an des Kaisers Fahne. Am 27. April 1522 bezwingt er die Franzosen und Schweizer bei Bicocca. wo er im Zweikampf den Schweizer Anführer Winkelried zu Tode haut. Ruhmvoll bewährt sich der Vater der Landsknechte auch in der Schlacht von Pavia als Oberbefehlshaber des gesamten deutschen Fußvolkes; der Franzosenkönig Franz I. wird gefangengenommen.

Bei allem Heldenmut und Haudegentum ist der Riese kein Mann des unbedingten Blutvergießens. Er beklagt lebhaft »die Verderbung und Unterdrückung der armen, unschuldigen Leute« durch den Krieg. Im Bauernkrieg wirkt er mäßigend auf die sich erbittert gegenüberstehenden Aufständischen und Adligen. Manches Mal schlichtet er erfolgreich.

Berühmt auch Frundsbergs Trost- und Kraftspruch für Martin Luther auf dem Wormser Reichstag:

»Mönchlein, Mönchlein, Du gehst jetzt einen Gang, dergleichen ich und mancher Obrister auch in unserer allerernsthchsten Schlachtordnung nicht getan haben. Bist Du aufrechter Meinung und Deiner Sache gewiß, so fahr in Gottes Namen fort und sei getrost, Gott wird Dich nicht verlassen.«

Gesundheit und Vermögen hat Georg von Frundsberg für Kaiser, Reich, aber auch für seine Landsknechte geopfert. Nun ist er müde geworden und sagt, wieder einmal auf Feldzug in der Fremde: »Die Luft meines Vaterlandes mangelt mir.« Als es zu einer Meuterei unter seinen Männern wegen ausgebliebenem Solde kommt, ist der Hüne so erregt wie in keiner Schlacht. Der Schlag trifft und fällt ihn. Man bringt den schwer Gezeichneten heim zur Mindelburg. Holle Morgan erzählt:

»Im Burghof ertönt Hufschlag. Der Burgherr ist wieder im Land. Aber nur noch acht Tage sind ihm vergönnt. Ihm, der mit gewaltiger Körperkraft, Uneigennutz, Milde und Ritterlichkeit, mit hohem Gefühl für Gesetzlichkeit seinem Kaiser zu allen Zeiten die Treue gehalten hat. Getreu dem Spruch: >Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird Euch das Leben gewonnen sein. < Der flackernden Fackel Widerschein erhellt das Burggemach, als das Totenglöckchen für der deutschen Landsknechte treuen Vater singt. Es ist der 20. August des Jahres 1528.«
 
 

 

 

 
 
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