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(1490 -1525)
Wir sind des Geyers schwarze Haufen / und wollen mit Tyrannen raufen./ Spieß voran. / drauf und dran, / setzt aufs Klosterdach den roten Hahn. / Als Adam grub und Eva spann,/ wo war denn da der Edelmann?/ Spieß voran.. Uns führt der Florian Geyer an./ Den Bundschuh führt er in der Fahn./ Spieß voran... Geschlagen ziehen wir nach haus./ Unsere Enkel fechten’s besser aus./ Spieß voran.
So wird das Wirken des fränkischen Edelmanns Florian Geyer, Führer im Bauernkrieg, im Liede besungen. Doch ist er keineswegs der Mann des unbedingten Brennens und Spießens. Er trotzt den Gewalten seiner Zeit, bestrebt, möglichst ohne Blutvergießen das darniederliegende Deutsche Reich wieder fest und stark zu gestalten.
Einem begüterten fränkischen Rittergeschlecht entstammend, wird Florian Geyer um 1490 in Giebelstadt bei Ochsenfurt geboren. Er trachtet nicht - wie viele seiner Standesgenossen - nach Verbesserung der eigenen Lebensumstände, sondern nach einer Revolution im Reich, die Deutschland von Ohnmacht befreit und auch dem gemeinen Manne Recht und Freiheit verschafft.
Als brandenburgisch-kulmbachischer Kriegsmann nimmt er 1519 am Feldzug des Schwäbischen Bundes gegen den tyrannischen Herzog Ulrich von Württemberg teil. Von seinem Herren, dem Markgrafen Kasimir von Ansbach empfohlen, tritt er darauf in die Dienste des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Albrecht. Er wird 1523 dessen Marschall.
Im Kriege gegen Polen erweist Geyer erneut seine militärische Tapferkeit, bei Missionen an den Kaiserhof und nach Dänemark zeigt er diplomatisches Geschick. Er begleitet den Hochmeister zur entscheidenden Aussprache mit Luther.
Dem mächtigen Bischof von Würzburg bietet er die Stirn, als er sich weigert, einen unberechtigt verlangten Zins zu zahlen. Man schlägt ihn in den Kirchenbann.
Aus innerer Überzeugung schließt Geyer sich 1525 den aufständischen Bauern des Taubergrundes an und wird deren Feldhauptmann. An militärischem Können überragt er alle anderen Führer der unter dem Zeichen des Bundschuhs kämpfenden Landmänner. Durch Verhandlungen erreicht er die Aufnahme von neun Städten des Odenwal-des in den Bauernbund, und er führt seine Bauernhaufen bis vor Würzburg.
Der Bauernkrieg ist der Versuch einer nationalen und sozialen Umwälzung in Deutschland. Die Aufständischen kämpfen gegen Wucher, für soziale Gerechtigkeit, gegen Überfremdung durch welsche Sitte und römisches Recht, für die Rückkehr zur alten deutschen Art und zum deutschen Recht, gegen Separatismus, für ein starkes und einiges Reich. Der reichstreue Ritter Florian Geyer solidarisiert sich mit diesen Forderungen. Besonders sind ihm Folter, Ungerechtigkeit, Unfreiheit und die blutigen deutschen Bruderkriege Dorne im Auge. Ihm schwebt eine Reichsreform mit starkem Kaisertum vor.
Vergebens müht er sich, sowohl die Aufständischen als auch die Herrschenden zu mäßigen und einen Ausgleich durch Verhandlungen zu schaffen.
Vom spanisch empfindenden Kaiser Karl V. abgelehnt, von Luther, der keine Vermischung von Religion und Politik wünscht, verurteilt, von Exzeßtätern aus den eigenen Reihen in Verruf gebracht und militärisch unerfahren, werden die Revolutionäre vernichtend besiegt.
Geyer befindet sich gerade zu Verhandlungen mit Markgraf Kasimir von Ansbach in Rothenburg, als ihn die Nachricht trifft, daß er die Stadt unter Todesandrohung sofort zu verlassen habe. Da seine Burg zerstört ist, macht er sich auf den Weg nach Norden. Im Gramschatzer Wald wird er am 9. Juni 1525 von einem Knecht seines Schwagers Wilhelm von Grumbach, der auf der Gegenseite steht, ermordet. Als einer der letzten Großen des tapferen deutschen Rittertums wird Geyer im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und verherrlicht. |
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