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(1913 -1941)
Worin aber liegt das Geheimnis, daß gerade Werner Mölders in so überreichem Maße die Liebe des ganzen deutschen Volkes und darüber hinaus die uneingeschränkte Achtung des feindlichen Lagers besitzt? Es sind nicht die atemberaubenden Erfolge allein; man spürt in diesem jungen Menschen hervorragende Charaktereigenschaften; den Ernst seiner Lebensauffassung, seine Kameradschaftlichkeit und Güte, seine Hilfsbereitschaft und restlose Hingabe an eine Sache, die er für richtig und gerecht hält. Er ist einer jener seltenen Menschen, denen das Wort »Pflicht« eine selbstverständliche Sache ist. Mit einem Wort: Werner Mölders ist einer der Edelsten unserer Nation, ein Kämpfer und Flieger, der adlergleich durch den Himmel stürmt und selbst im Absturz noch Sieger bleibt in unseren Herzen wegen seiner reinen und großen Menschlichkeit.
So das Urteil von Oberst a.D. Fritz von Forell über Werner Mölders, geschrieben für das Deutsche Soldatenjahrbuch 1963. Mölders, der Mitbegründer der modernen Jagdwaffe und Führer der Jäger, wird im Kriege als erster Jagdflieger mit dem Ritterkreuz und als erster Soldat der Wehrmacht überhaupt mit den Brillanten ausgezeichnet.
Werner Mölders kommt am 18. März 1913 in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet zur Welt. Er ist der Sohn eines 1915 als Reserveoffizier gefallenen Studienrates. Er wächst in Brandenburg an der Havel auf, baut das Abitur, besucht Kriegs- und Fliegerschulen und tritt 1935 in die Luftwaffe ein. Im Spanischen Bürgerkrieg befehligt er eine Jagdstaffel der Legion Condor, fliegt seit April 1938 unerhört harte, schwere Einsätze gegen die roten »Ratas« und wird mit 14 Luftsiegen der erfolgreichste deutsche Jagdflieger im Kampf gegen die Bolschewisierung der Iberischen Halbinsel.
1939 ist Mölders Staffelkapitän im Jagdgeschwader 53, ab Juli 1940 Kommodore des JG. 51, das zunächst im Westen, später an der Ostfront zum Einsatz kommt. Bereits zu Beginn des Frankreich-Feldzuges hat er neun Abschüsse erreicht; als erstem gelingt ihm der 20. Luftsieg. Insgesamt erzielt er 68 Abschüsse im Westen. Bei seinen todesmutigen Einsätzen entwickelt er eine bahnbrechend neue Taktik der Jagdflieger (»Vierfingerschwarm« oder »Doppelangriffssystem«).
An der Ostfront, am 15. Juli 1941, erringt Mölders als erster Jagdflieger der Welt den 100. Luftsieg. Insgesamt erzielt der Fliegerheld auf 300 Feindflügen 115 Luftsiege (14 in Spanien, 68 im Westen, 33 an der Ostfront). Jeweils als zweiter Soldat der Wehrmacht wird er mit dem Eichenlaub (21. September 1940) und den Schwertern (22. Juni 1941) ausgezeichnet. Als erster erhält er am 15. Juli 1941 die Brillanten, die bis Ende 1944 höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung.
Am 7. August 1941 wird Mölders vom Obersten Befehlshaber zum General und Inspekteur der Jagdflieger ernannt. Eine unerhörte Verantwortung lastet auf den Schultern des 28jährigen Ritters der Lüfte, der schon wenige Monate später jäh aus seinem irdischen Dasein gerissen wird. Noch einmal Oberst von Forell:
»Wie einst, nach der Sage, der junge Ikarus aus seinem himmelsteilen Fluge zurückstürzte zur Erde, da seine mit Wachs zusammengeklebten Schwingen sich im heißen Sonnenlicht lösten, ebenso schlägt auch bei Werner Mölders das Schicksal unbarmherzig zu. Der vom Feind nie Besiegte stürzt fern der Front am 22. November 1941 bei Breslau tödlich ab, da der Führer der Kuriermaschine, in der Mölders sitzt, um befehlsgemäß in Berlin am Staatsbegräbnis für Udet teilzunehmen, im Nebel die Sicht verliert. Trauer und Schmerz ergreifen das ganze deutsche Volk. Die Gegner aber atmen auf: Einer ihrer härtesten und erfolgreichsten Widersacher ist nicht mehr.«
Nach seinem Tode erhält das Jagdgeschwader 51 der Luftwaffe Mölders’ Namen. Die Bundeswehr hat nach dem Führer der Jagdflieger, dem auch vom Geiste der Radikalumerziehung geprägte Werke bescheinigen, er sei »persönlich untadelig« gewesen und werde »von Gegnern hochgeschätzt« (Taddey, Lexikon der deutschen Geschichte), einen Lenkwaffenzerstörer benannt. 1991 berichtete die Deutsche Na-tional-Zeitung:
»Mit kirchlichem und militärischem Zeremoniell ist jetzt in Berlin die Grabstätte Werner Mölders’ wiederhergestellt worden. Sein Grab war, wie andere Ruhestätten auch, der Mauer und dem Todesstreifen zum Opfer gefallen. Im Rahmen der Feierstunde haben Matrosen vom Zerstörer >Mölders< und Flieger des Jagdgeschwaders >Mölders< der Bundeswehr die Ehrenwache an der anderthalb Tonnen schweren wiedererrichteten Grabplatte gehalten. Ein Musikkorps der Bundeswehr intonierte einen Choral, das Lied vom guten Kameraden sowie die deutsche und spanische Nationalhymne; in Mölders’ Jagdgeschwader dienten auch spanische Piloten.« |
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