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FRIEDRICH WILHELM VON BRAUNSCHWEIG

 
     
  (1771 -1815)

Wie ein Fels in Sturm und Ungewitter standet ihr fest in den fürchterlichsten Gefahren an meiner Seite. Gefährten! Von der böhmischen Grenze bis zur Nordseeküste bestanden wir viele Gefahren. Ihr verließet euch aber auf mich, ich mich auf Gott und meine gerechte Sache, und dies hat uns die Gefahren überwinden helfen. Der Sieg kann uns nicht fehlen. Mag auch der Kampf noch so blutig, noch so hart sein und ihr solltet unter den Gefahren erliegen wollen, so sei euch der Denkspruch nahe, den ich eurem Herzen zurufe: Ein Retter des Vaterlandes stirbt, solange die Welt steht, nicht, und wenn Tausende von Jahren verflossen wären! Was ein Volk will, das kann es auch!

So spricht im September 1809 ein Mann zu seinen Kampfgenossen, der in einer Zeit hündischer Unterwürfigkeit todesmutig gegen die fremden Bedrücker Deutschlands losgeschlagen hat: Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wegen des totenkopfgeschmückten schwarzen Gewandes seiner Truppe »Der Schwarze Herzog« genannt. Sein Widerstandskampf ist ein Fanal der am Horizont der Geschichte aufziehenden Befreiungskriege.

Der Schwarze Herzog wird am 9. Oktober 1771 in Braunschweig als Sohn eines Neffen Friedrichs des Großen und preußischen Feldherrn geboren. Seine militärische Laufbahn beginnt Friedrich Wilhelm in der preußischen Armee. Er wird im Rhein-feldzug bei Etsch 1791 verwundet und ist 1806 Chef des in Prenzlau garnisonierenden Infanterie-Regiments. Seinem Vater, dem Herzog Carl Wilhelm Ferdinand, werden als Führer der Preußen in der unglücklichen Schlacht bei Auerstedt beide Augen herausgeschossen. Er überträgt, noch bevor er der Verwundung erliegt, dem Sohn die Regierungsnachfolge.

Unterdessen ist das Herzogtum Braunschweig von den Franzosen besetzt und für erobertes Land erklärt worden. Napoleon verkündet, das Haus Braunschweig sei »perdu«. Den Entbehrungen auf der Flucht vor dem Korsen erliegt Friedrich Wilhelms Gemahlin. Er schwört Rache.

Als 1809 der Krieg zwischen Österreich und Frankreich bevorsteht, reist der Braunschweiger nach Wien und schließt als erster deutscher Reichsfürst einen Vertrag zur Aufstellung eines Korps im Kampf gegen Napoleon. Sein Schwarzes Korps rückt mit Österreichern in Sachsen ein, das mit den Franzosen im Bunde ist. Es nimmt Dresden, Meißen, Leipzig.

Nach dem Friedensschluß zwischen Österreich und Frankreich setzt der Schwarze Herzog den Kampf auf eigene Faust fort. Das Erscheinen der Männer in ihrer schwarzen Kluft mit dem Totenkopf über gekreuzten Knochen weckt bei großen Teilen des deutschen Volkes vaterländische Begeisterung. Ihr Einsatz wird als beispielhaft und bewundernswert empfunden.

Legendär ist der heldenmütige Zug des Schwarzen Herzogs von Böhmen quer durch Deutschland, bei dem tausend Gefahren zu bestehen sind und oftmals die totale Vernichtung droht. In Elsfleth nehmen englische Schiffe das Schwarze Korps auf. Fortan kämpft es als Verbündeter der Engländer in der Königlich Deutschen Legion.

Nach Napoleons Verbannung kommt Friedrich Wilhelm als Landesherr in seine Besitztümer zurück. Doch stürzt er sich sofort wieder in den Kampf, als es gilt, den von Elba Zurückgekehrten endgültig zu besiegen. In dem der Schlacht von Waterloo vorausgehenden Gefecht bei Quatre-Bras, südlich Brüssel, kämpfen die braunschwei-gischen Truppen, deren Kern aus dem Schwarzen Korps gebildet ist, hervorragend tapfer bis zur Selbstaufopferung. Sie haben maßgeblichen Anteil am schließlichen Sieg bei Beile-Ailiance/Waterloo.

Den Schwarzen Herzog aber hat am 16. Juni 1815 bei Quatre-Bras die tödliche Kugel getroffen. Über den unbeugsamen Weifen heißt es in einem alten Geschichtsbuch:

»Friedrich Wilhelm, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, auch Fürst in Schlesien zu Oels und zu Bernstadt, starb als Held für Teutschlands Freiheit.«
 
 

 

 

 
 
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